RV Zeitz beim Naumburger Kirschfestumzug

Zum Film: der Film versucht anzudeuten, welch enormen Aufwand es bedeutet, zwei pferdegezogene Fahrzeuge in einem Festzug “mal eben mitfahren zu lassen”. Der Film ist in erster Linie den vielen „namenlosen“ Helfern und Helferinnen im Hintergrund gewidmet, auch jenen, die nicht im Film abgelichtet werden konnten, ohne deren Einsatz und Engagement Auftritte wie dieser nicht möglich wären. Bei den pferdegezogenen Fahrzeugen handelt es sich zum einen, um einen original historischen Victoria-Wagen. Fahrzeugführer ist der 1. Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Zeitz-Bergisdorf e.V., Ernst Ebenhoch. Seine “Fracht” stellt den Landrat Carl Peter Lepsius dar (s.u.), dargestellt vom ehem. Landrat Harry Reiche (mit Tochter und Enkelchen). Beim anderen Fahrzeug handelt es sich um einen Planwagen, auch Kremser genannt. Er wird “gesteuert” vom langjährigem Vereinsmitglied Mario Stets aus Teuchern, dem auch die Zugtiere gehören. Sein Wagen ist vollgeladen mit Kindern der „Freien Schule im Burgenlandkreis – Jan Hus“. Am Ende des Films singen sie das Kirschfestlied von K. Seyferth (s.u.). Beide Fahrzeuge befinden sich im Besitz des Reit- und Fahrvereins Zeitz-Bergisdorf e.V. Zum historischen Hintergrund des Kirschfestes in Naumburg: (aus: http://www.kirschfestfuehrer.info/Umz…) Jan Hus war ein böhmischer Prediger und Reformator. Er kämpfte leidenschaftlich für eine Reform der Kirche und des Papsttums. Im Konzil von Konstanz 1414-1415 wollte man ihn zum Widerruf seiner Überzeugungen bewegen. Der Prager Prediger sollte freies Geleit erhalten, wenn er zum Konstanzer Konzil erschien. Entgegen dieser Zusicherung wurde er eingekerkert und am 6.7.1415 verbrannt. Jan Hus Tod wurde in Böhmen mit großer Empörung aufgenommen, es kam zu Aufständen. Die Hussiten … zogen nicht nur durch Böhmen, sondern auch in die angrenzenden Länder. Sie verfolgten die Katholiken, plünderten Kirchen und zerstörten ganze Städte. Ihre Taten riefen Angst und Schrecken hervor. In der Zeit von 1409 bis 1422, also während des Konstanzer Konzils, war Gerhard von Goch der Bischof vom Bistum Naumburg. Gerhard von Goch soll an dem Konzil teilgenommen und Jan Hus mit verurteilt haben. Deshalb führte der Zug der Hussiten auch vor die Tore der Stadt Naumburg. Man wollte sich an dem Bischof und seiner Stadt für den Tod des Reformers rächen. Die sagenhafte Belagerung der Stadt durch die Hussiten unter ihren Heerführer Prokop soll sich 1432 zugetragen haben. Sie dauerte lange, so dass die Lage für die Naumburger hoffnungslos wurde. In dieser Situation zog „der Lehrer von der Schul“ mit den Kindern, die in weiße Sterbehemdchen gekleidet waren, vor die Tore der Stadt und es gelang durch die Fürbitte der Kinder Prokop milde zu stimmen. Er verschonte die Stadt, schenkte den Kindern Kirschen und zog dann mit seinem Heer ab. Der historische Kirschfestverein 1885 Die Mitglieder des Kirschfestvereins Naumburg erinnern an die Traditionen des alten Stadtfestes. Schon im 19. Jahrhundert feierte man in Zelten auf der Vogelwiese. Standesgemäß fuhr man in Kutschen zum Festplatz. Landrat Carl Peter Lepsius war Förderer des Kirschfestes. Der Kremser symbolisiert das „Referendarienzelt 1827“, in dem das Kirschfestlied von K. Seyferth seinen Ursprung hatte.

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